In diesem Schuljahr gab es für ingenieurwissenschaftlich interessierte Schüler/-innen der Klassenstufen 12 und 13 erstmals die Möglichkeit, am GSG an einer Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) mit dem Thema „Robotik“ teilzunehmen. Diese SIA, eine von 46 in Baden-Württemberg, wurde vom GSG, dem Institut für Leistungselektronik und elektrische Antriebe (ILEA) der Uni Stuttgart und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall in Kooperation mit den Firmen Porsche und Alcatel-Lucent durchgeführt.
Ende des vorigen Schuljahres hatten sich insgesamt 23 Schüler/-innen von drei Schulen mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugniskopien um eine Teilnahme an der SIA beworben; 18 von ihnen wurden in Auswahlgesprächen als SIA-Teilnehmer ermittelt: 4 Schüler und eine Schülerin aus der 13. Jahrgangsstufe sowie drei Schüler und drei Schülerinnen aus der 12. Jahrgangsstufe des GSG, sechs Zwölftklässler aus dem Wilhelms-Gymnasium und eine Schüler aus der Merz-Schule.
Immer freitags von 14 bis 17 Uhr traf man sich dann zu den Schulterminen in einem Physikraum des GSG, wo anfangs Fischertechnik-Roboter zusammengebaut und anschließend programmiert wurden.
Neben den Schulterminen gab es dann sechs Termine an der Universität Stuttgart, am Institut für Leistungselektronik und elektrische Antriebe, wo Frau Prof. Parspour, die Institutsleiterin, den SIA-Teilnehmern mehrere Vorlesungen über Motoren, Spulen und Schwingkreise hielt – anspruchsvoller Stoff, der für die 13-er deutlich leichter zu „verdauen“ war als für die 12-er –und bereits einen Eindruck von den ersten Semestern eines Ingenieurstudiums vermittelte. Anschließend wurde in universitären Praktika intensiv zu diesen Themen experimentiert.
Darüber hinaus gab es eine ganze Reihe von besonderen und auch besonders interessanten Terminen. Darunter waren ein Gruppentraining im Klettergarten, Studienberatungen über die Unterschiede zwischen dem Ingenieurstudium an Universität, Fachhochschule und Berufsakademie (und in den resultierenden beruflichen Möglichkeiten), ein Seminar über die Aufgaben von Führungskräften beim Oberkirchenrat sowie ein Präsentationstraining mit intensiver Arbeit an Vortragstechnik und Selbstdarstellung.
Zusätzlich dazu gab es noch die Firmenbesuche: Bei Kuka in Augsburg, dem größten europäischen Roboterhersteller (von dem z.B. die meisten Roboter in der Autoproduktion stammen), bei Porsche in der Lehrwerkstatt, wo die SIAne/innen lernten, wie technische Zeichnungen zu interpretieren sind, wie man Bleche auf einer Abkantbank biegt und wie man punktschweißt, und schließlich bei Alcatel-Lucent, wo gelernt wurde, wie man Web-Seiten mit html erzeugt.
Abschließend wurde dann ein eigenes Fischertechnik-Roboter-Projekt durchgeführt; so baute eine Gruppe z.B. einen Roboter, der aus einer Teigrolle eine Brezel herstellen konnte.
Abschließend wurden die Ergebnisse der eigenen Projekte und die Arbeit in der SIA vor Eltern, Mitschülern und Vertretern der beteiligten Firmen in einer Abschlusspräsentation am 20. Juli 2009 noch einmal öffentlich vorgestellt. Im Rahmen dieser Veranstaltung erhielt dann jeder Teilnehmer auch feierlich seine Teilnahmeurkunde, die – ebenso wie die über die SIA hergestellten Kontakte zu den Firmen – bei Bewerbungen z.B. um einen Praktikumsplatz für einen kleinen Startvorteil sorgen kann.
R. Scholl
Die 18 Plätze für die nächstjährige Schülerakademie wurden übrigens gerade wieder vergeben.