GSG Geschwister-Scholl-Gymnasium Stuttgart-Sillenbuch

Die Geschwister Scholl


Hans Scholl wurde am 22.9.1918 in Ingersheim bei Crailsheim geboren. Er war zunächst vom Nationalsozialismus fasziniert und aktives Mitglied der Hitlerjugend. 1936 durfte er beim Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg die Fahne seines Stammes tragen.
Dieses Ereignis deprimierte ihn jedoch zutiefst. Er durchschaute die Hohlheit und moralische Verwerflichkeit des NS-Regimes und schloß sich der aufgeschlossenen und nicht deutschnationalen Deutschen Jungenschaft an. Hier lernte er die Werke der verbotenen Autoren und Lyriker Hölderlin, Rilke und Heine kennen. 1938 war er aufgrund dieser bündnerischen Tätigkeiten kurze Zeit inhaftiert. Durch seine Kriegseindrücke, die der Medizinstudent als Sanitäter 1940 in Frankreich und 1942 in Rußland an der Ostfront gewonnen hatte, wurde er zum Widerstandskämpfer. Der Kontakt zu katholischen Oppositionellen trug ebenfalls zu seiner Leidenschaft beim Kampf gegen das NS-Regime bei.



Er gründete an der Münchner Universität die Weiße Rose, einen studentischen Freundeskreis, zu dem neben Hans und seiner Schwester Sophie Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber gehörten. Lezterer war Professor für Philosophie und Psychologie in München und fungierte als Förderer und Berater der Gruppe. Die Weiße Rose rief die Studentenschaft und die Bevölkerung zum Widerstand gegen das NS-Regime auf Ihre Mitglieder verteilten aufgrund ihrer religiös-sittlich motivierten Protesthaltung Flugblätter, in denen sie u.a. für Grundwerte wie Menschenwürde und Freiheit kämpften. Das erste Flugblatt erschien im Sommer 1942, 100 Exemplare wurden an ausgesuchte Adressen verschickt. Im Laufe der Zeit gewann die Weiße Rose Anhänger in Saarbrücken, Freiburg, Hamburg, Berlin und Köln. Im Februar 1943 wurde das letzte Flugblatt mit einer Auflage von 3000 Stück verteilt. In ihm heißt es: ,,Im Namen des deutschen Volkes fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut der Deutschen zurück, um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen.

Die Schwester von Hans Scholl, Sophie Scholl, wurde am 9.5.1921 in Forchtenberg geboren. Wie ihr Bruder war auch sie zunächst von der nationalsozialistischen Ideologie begeistert und war Mitglied des Bund Deutscher Mädel. Sie empörte sich darüber, daß zwei jüdische Mitschülerinnen nicht in den BDM eintreten durften. 1938 war sie ebenfalls wegen bündnerischer Jugendarbeit kurzzeitig im Gefängnis

,,Wir leben sozusagen wie Gefangene, da nicht nur Arbeit, sondern auch Freizeit zum Dienst wird." - So beschreibt sie ihren Eindruck vom Reichsarbeitsdienst. Die Art und Weise, wie sie den Krieg hier erfahren hat, bekräftigte sie in ihrem Entschluß, sich der Weißen Rose anzuschließen.

Die Geschwister Scholl wurden bei einer Flugblattaktion in der Universität München verhaftet und am 22. Februar 1943 hingerichtet.

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